Gaumeisterschaften Bogen in Hummeltal

Mit zittrigen Fingern ins Zentrum gezielt

PDF-Download Ergebnisse: Einzel | Mannschaft

Schnee und Kälte sorgten bei den Meisterschaften des Schützengaus Oberfranken Süd in Hummeltal für besondere Herausforderungen.

Bildlegende: Neun oder Zehn? Im Zweifelsfall rufen die Schützen Gaureferentin Andrea Sieberg als Schiedsrichterin. Hier prüft sie mit der Lupe, ob ein strittiger Pfeil den Ring für die höhere Wertung angekratzt hat. Foto: jn

Wenn Bogenschützen im Schneetreiben zeitweise ihr Ziel kaum noch sehen, wenn froststarre Finger die Sehne nicht mehr kontrolliert loslassen wollen, dann kann man bei einer Gaumeisterschaft im Mai durchaus von ungewöhnlichen Bedingungen sprechen. Gaureferentin Andrea Sieberg stellte nach dem mehr als vierstündigen Wettkampf vor der Siegerehrung deshalb erfreut fest: „Es hat trotz der widrigen Umstände keiner aufgegeben. Alle haben durchgehalten. Großartig.“ Was nicht zuletzt der Leistung des Teams um Arno Maisel vom ausrichtenden Verein SG Hummeltal zu verdanken war. Bis kurz vor dem ersten Schuss errichteten sie noch mehrere mobile Unterstellmöglichkeiten für die Schützen und sorgten für einen ununterbrochenen Nachschub an heißem Tee.

70 Meter steht bei den Herren die Scheibe entfernt. Jede Windbö kann den Pfeil hier aus seiner anvisierten Flugbahn drücken. Umso bemerkenswerter war das Ergebnis, das Stefan Hanrieder von der TS Bayreuth im ersten von zwei Durchgängen erzielte: 290 von 360 möglichen Ringen sind nationales Top-Niveau. Zwar konnte er diese Leistung im zweiten Durchgang nicht wiederholen, sein Vorsprung reichte aber aus, seinen Vereinskollegen Tom Leitmannstetter auf Distanz zu halten. Hanrieder siegte mit insgesamt 537 Ringen, Leitmanstetter steigerte sich zwar, musste sich mit 512 Ringen am Ende aber mit Silber begnügen. Auch der dritte Platz ging nach Bayreuth: Matthias Junghannß sicherte sich die Bronzemedaille mit 418 Ringen und nur drei Ringen Vorsprung vor Dominik Schmidt von der ZSG Goldkronach.

Bei den Damen und Herren in der Klasse Ü50 (Master) sah es ähnlich aus. Bei den Damen machten die Bayreutherinnen die Medaillen unter sich aus und wiederholten die Rangfolge der Vereinsmeisterschaften vom Ostersamstag: Gaumeisterin wurde Andrea Frank mit 518 Ringen vor Andrea Sieberg (472) und Petra Schulze (257). Die Herren machten es etwas spannender: Bis kurz vor Ende des ersten Durchgangs führte Manfred Mertel von den BS Wirsberg, erst mit den letzten sechs Pfeilen schob sich Jürgen Nakott aus Bayreuth hauchdünn in Front: 263 zu 262. Im zweiten Durchgang unterliefen Mertel dann einige Ausreißer, während Nakott sich steigerte und am Ende mit 543 zu 522 Ringen siegte. Dritter wurde Peter Wolff aus Bayreuth mit 398 Ringen.

Während bei den Erwachsenen also die Wagnerstädter dominierten, kamen die erfolgreichen Nachwuchsschützen in diesem Jahr mehrheitlich aus Hummeltal und Neudrossenfeld. Gaumeisterin in der Jugend wurde Katharina Schmidt (Neudrossenfeld, 506 Ringe) vor Lena Kropf aus Hummeltal (324). In der Klasse Schüler A (bis 14 Jahre) siegte bei den Jungen Philipp Roder (Hummeltal, 174), bei den Mädchen Leonie Winkler (Neudrossenfeld, 295). Bei den Schülern B (bis 12 Jahre) gewann bei den Jungen Silvio Weiss (Bayreuth, 471), bei den Mädchen Dilara Gramsch (Hummeltal, 378). In der Klasse der Jüngsten (bis zehn Jahre) werden Jungen und Mädchen gemeinsam gewertet. Hier siegte Milan Wiegärtner (Hummeltal, 545).

Vier Titel wurden zudem in nicht olympischen Disziplinen vergeben. Gaumeister mit dem Compound-Bogen wurde bei den Herren Pascal Ruppert (BS Wirsberg, 599 Ringe), bei den Ü50 Wolfgang Fischer (TS Bayreuth, 606). Gaumeisterin mit dem Blankbogen ohne Visier wurde Andrea Eckert (TS Bayreuth, 134), den Titel in der Klasse Herren Ü50 sicherte sich Stephan Hilpert (BS Wirsberg, 439).           jn

Dieser Bericht wurde von Jürgen Nakott geschrieben.